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Das war der Get. In. 2022

Das war der Get. In. 2022! Unsere Moderatoren Niklas Other und Pierre Pfeiffer gehen ein letztes Mal auf die Bühne und danken allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, allen Bühnengästen und Helfern. Dank auch an die Co-Moderatoren Cecilia Hohls und Holger Messner.

Das Résumé der Veranstaltung: Wir sind alle satt geworden, es gab genug zu trinken. Und es gab ein ergiebiges Netzwerken zwischen den Vorträgen. „Wir gehen alle ein bisschen schlauer, als wir gekommen sind. Der Aufbruch in neue Welten wird erstmal nicht aufhören, da wird noch einiges auf uns zukommen“ schließt Niklas Other.

Zum Beispiel beim nächsten Get. In. Kongress, der am 21. und 22. November 2023, wieder in Frankfurt am Main, stattfinden wird. Save the Date und kommen Sie gut nach Hause!

Der direkte Weg zum Kunden

Die meisten Kunden wollen direkt bei Herstellern Produkte beziehen. Das sagt Daria Büchel von Google Deutschland. Die Chance für Unternehmen: Sie können zahlreiche Daten ihrer Konsumenten erfassen.

Erfolgsfaktoren laut Büchel: Klarheit im Zweck, Authentizität, Inhalte für die Zielgruppe und personalisierte Erfahrungen. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Influencer, die auf Social Media teils Millionen von Followern haben (Pamela Reif, Caritas Bra, etc.).

Google versteht sich in diesem Zusammenhang als Unternehmen, das Konsumenten und Marken miteinander verknüpft, unter anderem zur Absatzsteigerung. Auf der Bühne berichteten Maximilian Seedorf (Kombuchery) und Chaichana Sinthuaree (Eckes-Granini) über ihre D2C-Aktivitäten.

4Bro: Erfolg in der Community

„Wir sind keine Eistee-Marke, sondern eine Lifestyle-Marke. Nur Ideen bringen und nichts davon haben interessiert uns nicht.“ Deshalb habe er die 4Bro-App ins Leben gerufen, sagt Engin Ergün, Inhaber der Ethno IQ. Sein Community-Konzept greift ständig neue Themen auf, kennt seine „Bubbles“. Es gebe über 8,5 Millionen „Bros“, die sich über Themen wie Gaming, Deutschrap und Anime vernetzen.

Was ist der Vorteil des Community-Marketings? Ergün: Wer folgt, erfährt früh, welche Produkte es geben wird und kann auf die zukünftigen Entwicklungen Einfluss nehmen. Gleichzeitig sind die Produkte und die begleitenden Aktivatoren für Social Media. Über Social Media lasse sich zudem die Customer-Journey nachverfolgen. Das wissen über die Stärke der eigenen Produkte in den verschiedenen Kanälen und Plattformen ermögliche attraktive B2B-Kooperationen.

So tickt die Gen Z

Es geht mit dem nächsten Highlight weiter: Yaël Meier (Geschäftsführerin Zeam) tritt als angehörige der Generation Z „wie Zukunft“ auf die Bühne. Die erst Anfang 20-Jährige ist Schauspielerin, Bestseller-Autorin und Mutter und präsentiert eingangs im Schnelldurchlauf die Entwicklung vom ursprünglich nerdigen Facebook, über den Social Media Boom zur mächtigen Plattform TikTok sowie den ersten Schritten ins Metaverse.

Als Mitgründerin von Zeam, einer Unternehmensberatung für Unternehmen zur Zielgruppe GenZ bringt sie dem Kongress näher, wie die teils gar nicht mehr so jungen (ab Jahrgang 1995) Menschen ticken. Diese Menschen seien in einer Welt aufgewachsen, die digital funktioniert, in denen das Smartphone von Kindheit an zum Alltag gehört und Inhalte jederzeit und schnell zur Verfügung stehen. Das gleiche gelte für Vernetzung: Was auf Instagram oder im Online-Game geschieht, stellt einen realen Austausch dar. Die Generation habe in jungen Jahren und in hoher Frequenz Krisen erlebt. Ihr Claim ist: Not Digital first, Social Media first! Das Fernsehen und klassische Kanäle erreichen die Generation Z nicht mehr, wie Yaël Meier sagt. Social Media schlägt Fernsehen. Dazu gibt es auch aus der Getränkebranche bereits erfolgreiche Beispiele: wie die Eistee-Marken von Shirin David und Capital Bra, die über ihre Communities enorme Reichweiten generieren konnten.

Energie: Doppelwumms oder Doppelflop?

77% der Get.In-Teilnehmer sehen die Energieversorgung als potenzielle Bedrohung für ihr Geschäft, wie eine Blitz-Umfrage beim Kongress heute zeigte. Einer, der sich bestens mit dem Markt auskennt, ist Dr. Heiko Lohmann (Gasmarkt Deutschland). Er sagt: Für den kommenden Winter sieht es mittlerweile besser aus als die düstersten Prognosen vorhergesagt hatten. Doch wie geht es weiter?

Die Gasversorgung befindet sich im Umbau. "Ohne den werden wir Probleme kriegen, über die Runden zu kommen in den nächsten Jahren. Wir müssen alle Potenziale nutzen", sagt Lohmann. Preisturbulenzen sind längst Realität, bei neuen Abschlüssen herrscht große Unsicherheit. Bis April 2024 gilt eine Preisbremse der Bundesregierung. 

Danach geht Lohmann von einem "neuen Gleichgewicht" aus, mit weniger Abhängigkeit von Russland. Der Gaspreis dürfte dann höher als vor der Krise liegen, aber deutlich niedriger als auf deren Höhepunkt in diesem Jahr.

Anschließend diskutierten Dr. Jörg Lehmann (DBB/Paulaner) und Dr. Karl Tack (VDM) mit Lohmann auf der Bühne. Lehmann sprach die fehlende Planbarkeit als großes Problem an. Zunächst sei man stark auf Gas angewiesen. Aus Sicht von Tack hat die Politik in Deutschland "mit Vollgas vor die Wand gefahren". Energie sei weder ökologisch noch bezahlbar. Sie sei in Deutschland fünfmal so teuer wie in den USA. Die Preise müssten von der Branche weitergegeben werden, um ein "Sterben auf breiter Flur" zu verhindern.

Wert des Wassers

Die Wertigkeit des Produkts Mineralwasser sehen Roel Annega (Gerolsteiner Brunnen) und Christoph Ahlborn (Nestlé Waters) als großen den Auftrag der nächsten Zeit für die Brunnen Deutschlands. Im ersten Gespräch des zweiten Get. In. Tages geht es um die Frage "Bye-bye Mineralwasser?", aber auch um die Chancen, die sich angesichts der Umsatz-Plateaus von Wassersprudlern & Co. bieten. "Wir haben als gesamte Branche die Chance, Mineralwasser ins rechte Licht zu rücken," sieht Ahlborn die aktuelle Möglichkeit, hier anzusetzen und sich auf dem Markt zu verankern.

Da helfe ein Discount-Wasser der Branche wenig, meint Ahlborn zudem. Ein 1,5-Liter-Preis in gleicher Höhe wie das Flaschenpfand sei auf dem internationalen Markt schwer umzusetzen. Auch Annega sieht die Priorität bei der Vermittlung des Wertes von Produkt und Branche, denn "wenn die Konsumentinnen und Konsumenten die Wertigkeit der Produkte nicht erfassen, lassen sich auch keine höheren Preise kommunizieren". Preiserhöhungen müssten deshalb mit Augenmaß getätigt werden.

Aufbruch in den zweiten Tag

Nach einer gelungenen Abendveranstaltung füllt sich der Kongresssaal im Marriott Hotel Frankfurt wieder. 

Am zweiten Tag wird es unter anderem um die Generation Z gehen, also die Konsumenten, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden. 

Los geht's aber mit einer Debatte über Mineralwasser. Mit dabei: Christoph Ahlborn von Nestlé Waters und Roel Annega von Gerolsteiner. 

Getränkemärkte im Fokus

GZ-Chef Pierre Pfeiffer lädt zur letzten Debatte des Abends. Nach einem humorvollen Einspieler bittet er Walter Steffens der Für Sie eG und Andreas Nolte, Edeka Nolte, auf die Bühne.

„Das lästige Sortiment“ ist der Gesprächsanstoß für die beiden Händler-Vertreter. Insgesamt treffe das laut Walter Steffens auch zu, denn im Tagesgeschäft herrsche ein riesiger Sortimentsdruck. Mehrweg Leergut drücke ebenfalls auf die Stimmung: Individualflaschen sind dem Handel ein besonders großer Dorn im Auge. Hier wende man völlig unnötig Ressourcen auf, was gar nicht nötig, sondern eher kontraproduktiv sei. Bewusst provokant sagt Walter Steffens: „Individualflaschenverbot finde ich schon sexy“. Die Erstverwendung ließe sich auch mit einem guten Schmucketikett verursachen, da brauche es kein Relief auf der Flasche.

Mineralwasser in der 1,5-Liter-Flasche für 30 Cent, TV-Biere für 9,99 Euro. Andreas Nolte gibt zu verstehen: "Diese Segmente machen keinen Spaß, sind aber notwendige Frequenzbringer, die man vorerst schwer loswerden wird." Beispiel sei der Bierpreis, der seit Jahren stabil, also niedrig gehalten wurde. International sei man da weiter; höchste Zeit also, auch in Deutschland angemessene Preise aufzurufen.

Ehrenpreis für Bernhard Henze

Der Ehrenpreis der Deutschen Getränkebranche geht 2022 an Bernhard Henze. In seiner Laudatio nannte Henning Rodekohr (Geschäftsführender Gesellschafter Vilsa-Brunnen) Henze einen "großartigen Gestalter der Getränkebranche" und einen "außergewöhnlichen Menschen". Im Kopf geblieben ist Rodekohr Henzes Ratschlag: "Augen auf und Taschen zu."

1978 eröffnet Henze, dessen Familie seit 1910 den Getränkefachgroßhandel Ahlers betreibt, den ersten Hol-ab-Markt. Mittlerweile gibt es über 200 Filialen. Henzes Motto: "Täglich neu ran." Sein Anspruch: "Wir tun mehr als erwartet." Sein Erfolgsrezept: Hundertprozentige Verlässlichkeit.

2008 kaufte Henze die Bremer Brauerei Hemelinger und belebte sie wieder. Stets an seiner Seite: Seine Ehefrau Christa. Rodekohr: "Ein Teil dieses Ehrenpreises steht auch Ihrer liebevollen Frau zu." Mittlerweile leitet Bernhard Henzes Sohn Andreas den Betrieb. 

Henze selbst sagte zu seiner Auszeichnung: "Da bin ich nie drauf gekommen, dass das passiert. Ich bin sehr stolz und bedanke mich bei meinen Mitarbeitern, die das möglich gemacht haben und bei meiner Frau, die mir immer den Rücken freigehalten hat."

Preisschwellen brechen: Jetzt oder nie?

Preise sind angesichts der massiven Kostensteigerungen bei Energie, Rohstoffen und Co. aktuell eines der Top-Themen der Getränkebranche. Tim Brzoska (Simon-Kucher & Partners) sagte dazu beim Get.In-Kongress in Frankfurt: Preisschwellen zu brechen darf dabei kein Tabu sein.

Er sagte: "Wenn Sie es jetzt nicht tun, wann denn dann?" Brzoska empfahl Befragungen und Tests, um die Preisakzeptanz der Kunden auszuloten. Nie zu vergessen bei Preiserhöhungen seien Aktionen im Handel - auf Saisonhöhepunkte und Kernartikel fokussiert.